nicht da. Auf seinem Tisch aber lag ein großer Brief an den Bürgermeister. Der Bürgermeister öffnete sogleich den Brief und las:
 
"Meine lieben Grünwieseler!
Wenn Ihr diesen Brief lest, bin ich nicht mehr in Eurem Städtchen. Jetzt wisst Ihr schon, woher mein lieber Neffe stammt. Betrachtet den Scherz, den ich mir Euch gegenüber erlaubt habe, als eine gute Lehre für die Zukunft (1). Lasst einen Fremden, der in Eure Stadt kommt, so leben, wie er will und zwingt ihn nicht, in Eure Gesellschaft zu kommen. Die Bewunderung für sonderbare Sitten war bei Euch so groß, dass ich beschlossen habe einen jungen Orang-Utan zu erziehen. Diesen Affen habt Ihr als meinen Neffen gern gehabt. Lebt wohl (2) und denkt an diese Lehre!"
 
Die Grünwieseler schämten sich vor dem ganzen Land. Am meisten schämten sich die jungen Leute in Grünwiesel, weil sie die schlechten Manieren des Affen nachgeahmt hatten. Sie stützten jetzt die Ellbogen nicht mehr auf den Tisch, sie schwiegen, bis man sie fragte, sie waren wieder höflich wie zuvor. Wenn jemand sich schlecht benahm, sagten die Grünwieseler: "Es ist ein Affe."
Der Affe aber, der so lange die Rolle eines jungen Herrn gespielt hatte, blieb bei dem gelehrten Mann. Bei schönem Wetter ging er auf den Hof spazieren oder saß auf einem Baum. Sein Herr zeigte ihn als eine Sehenswürdigkeit (3) den fremden Menschen, die nach Grünwiesel kamen.
 
1.Betrachtet den Scherz ..., als eine gute Lehre für dir Zukunft. - Potraktujcie ten żart ... jako dobrą nauczkę na przyszłość.
2.Lebt wohl - żegnajcie
3.als eine Sehenswürdigkeit - jako osobliwość