t kennen. So war es auch in Grünwiesel mit dem Neffen und seinen sonderbaren Sitten. Als nämlich die Jugend sah, dass man ihr den Neffen als Muster hinstellte, dachte sie: "Es ist nicht schlecht auch so zu werden"
 
1.ohne viel zu fragen  - nie pytając nikogo
2.(er) stellte sich ... in die Spitze - stawał na czele
3.es konnte nämlich vorkommen - mogło się mianowicie zdarzyć
4.(er) machte ihm Vorwürfe - czynił mu wyrzuty
5.etwas Ansteckendes - coś zaraźliwego
 
Diese sonst fleißigen jungen Menschen ließen die Bücher liegen und trieben sich jetzt auf Plätzen und Straßen umher. Sonst waren sie allen gegenüber höflich gewesen (2), hatten gewartet, bis man sie fragte, und bescheiden geantwortet. Jetzt saßen sie unter den Männern (3) und hatten immer etwas zu sagen. Sie lachten sogar den Bürgermeister aus, wenn er etwas sagte und behaupteten, dass sie alles viel besser wissen. Jetzt sangen sie verschiedene schlechte Lieder, rauchten Tabak und saßen im Wirtshaus. Sie kauften sich große Brillen, setzten sie auf und glaubten, dass sie nun gebildete Leute sind. Sie sahen ja aus wie der berühmte Neffe. Zu Hause und bei Bekannten lagen sie mit den Schuhen auf dem Sofa, stützten die Ellbogen auf den Tisch. Wenn aber die Eltern sie belehren wollten, beriefen sie sich auf das Beispiel des Engländers.
Aber folgendes Ereignis beendete bald die sonderbaren Sitten der jungen Leute in Grünwiesel. Zum Abschluss der Winterbälle sollte ein großes Konzert stattfinden. Daran sollten die Stadtmusikanten und die Musikfreunde von Grünwiesel teilnehmen (5). Der Bürgermeister spielte die Geige, der Apotheker die Flöte, einige Mädchen von Grünwiesel hatten Arien einstudiert. Alles war vorbereitet.
 
1.(sie) ließen die Bücher liegen - zostawiali książki
2.sonst waren sie allen gegenüber höflich gewesen - zazwyczaj byli (w przeszłości) w stosunku do wszystkich uprzejmi
3.unter den Männern - wśród mężczyzn
4.sie sahen ja aus wie ...  - wyglądali przecież jak ...
5.daran sollten... teilnehmen  - mieli wziąć w nim udział
 
Da wollte der fremde Herr noch ein Duett organisieren, denn in einem richtigen Konzert musste man auch ein Duett singen. Über diese Meinung war man etwas überrascht. Die Tochter des Bürgermeisters sang zwar wie eine Nachtigall, aber es gab keinen Herrn, der mit ihr ein Duett singen konnte. Man wollte schließlich den alten Organisten engagieren, der früher einmal Bass gesungen hatte. Der Fremde schlug aber seinen Neffen vor, der angeblich auch ein sehr guter Sänger war. Man war erstaunt über die Vielseitigkeit des jungen Mannes. Er musste zur Probe etwas singen. Abgesehen von einigen Manieren (2), die man für englisch hielt, sang er wie ein Opernsänger. Die Tochter des Bürgermeisters musste also schnell das Duett einstudieren, denn man hatte nur noch zwei Tage Zeit.
Der alte Fremde konnte leider den Triumph seines Neffen nicht sehen, weil er krank war. Er gab aber dem Bürgermeister, der ihn noch eine Stunde vor dem Konzert besuchte, einige Hinweise über den Neffen. "Mein Neffe ist ein guter Junge", sagte er, "aber ab und zu kommt er auf sonderbare Gedanken (3). Es tut mir sehr leid (4), dass ich persönlich nicht kommen kann. Ich bin eine Autorität für ihn. Ich muss übrigens sagen, dass es nicht böser Wille ist, es liegt in seiner ganzen Natur.
 
1.aber es gab keinen Herrn, der ...  - ale nie było pana, który ...
2.abgesehen von einigen Manieren - abstrahując od niektórych (złych) manier
3.aber ab und zu kommt er auf sonderbare Gedanken -  ale czasami przychodzą mu dziwne pomysły do głowy
4.es tut mir leid - przykro mi
 
Wenn er sich nicht manierlich benimmt, so müssen Sie ihm die Halsbinde etwas lockern. Sie werden sehen, wie gut er sich dann benimmt (1)."
Der Bürgermeister dankte dem Kranken für diese Hinweise. Er versprach alles zu tun, was der Herr ihm geraten hatte.
Der Konzertsaal war voll von Menschen, denn ganz Grünwiesel und die Umgebung war gekommen. Alle Jäger, Beamten, Offiziere und Kaufleute waren mit ihren Familien erschienen, um das Konzert des Jahres zu hören. Die Stadtmusikanten spielten sehr schön, nach ihnen trat der Bürgermeister auf, der die Geige spielte (2). Ihn begleitete der Apotheker, der die Flöte blies. Nach ihnen sang der Organist eine schöne Arie aus einer bekannten Oper. Alle erhielten Beifall. Der Erste Teil des Konzertes war zu Ende.
In der Pause unterhielt man sich über das schöne Konzert. Alle warteten gespannt auf den zweiten Teil, in dem der junge Fremde mit der Tochter des Bürgermeisters im Duett singen sollte. Der Neffe hatte einen glänzenden Anzug an und saß vorn in der ersten Reihe. Ohne viel zu fragen hatte er sich in einen bequemen Sessel gelegt, der für eine alte Dame bestimmt war. Der Neffe streckte die Beine weit vor sich, schaute jeden durch seine große Brille an und spielte mit einem großen Hund, den er in den Konzertsaal eingeführt hatte. Als die alte Dame kam, für die der Sessel bestimmt war (3), stand der junge Mann nicht auf. Im Gegenteil (4), er setzte sich noch bequemer un